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Zahlungsaussetzung
Inhaltsverzeichnis
In der Welt der Darlehen und Finanzierungen gibt es verschiedene Optionen, die Kreditnehmern eine flexible Verwaltung ihrer Kredite ermöglichen. Eine dieser Optionen ist die Zahlungsaussetzung, die ins Spiel kommen kann, wenn sich jemand in einer finanziellen Notlage befindet. Sie ist kein Erlass der Schuld, sondern eine befristete Verschiebung vertraglich geschuldeter Zahlungen. Voraussetzungen, Dauer und Kosten sind regelmäßig vertraglich festgelegt und sollten vorab transparent dokumentiert werden.
Definition: Was ist die Zahlungsaussetzung?
Die Zahlungsaussetzung, ebenfalls bekannt als Zahlungspause oder Moratorium, ermöglicht es Kreditnehmern, vereinbarte Rückzahlungen ihres Darlehens für einen bestimmten Zeitraum nicht zu leisten, ohne dass die vertraglichen Pflichten verletzt werden. Diese Pause in der Tilgung des Kredites wird oft genutzt, um eine vorübergehende finanzielle Krise zu überstehen oder um einfach Geld für andere Ausgaben zu haben. Je nach Ausgestaltung betrifft sie die gesamte Rate oder ausschließlich den Tilgungsanteil; Zinsen fallen in der Regel weiter an. In der Praxis handelt es sich häufig um eine Stundungsvereinbarung, deren Nachholung über eine längere Laufzeit oder angepasste Raten erfolgt. Von einem Zahlungsverzug unterscheidet sich die Zahlungsaussetzung durch die ausdrückliche Zustimmung des Kreditgebers.
Die Funktion der Zahlungsaussetzung
Die Zahlungsaussetzung muss vorab mit der Bank vereinbart werden. Sie tritt in Kraft, wenn der Kreditnehmer eine Phase reduzierten Einkommens erwartet, zum Beispiel während der Elternzeit oder während eines unbezahlten Urlaubs. Darlehen werden trotz Zahlungsaussetzung weiter verzinst, sodass am Ende des Darlehens eine höhere Summe zurückzuzahlen ist. Für die Kalkulation eignet sich die Berechnung von Zins und Laufzeit im Kreditrechner als Orientierung. Je nach Vertrag können Gebühren anfallen oder eine begrenzte Anzahl an Ratenpausen pro Laufzeitjahr vorgesehen sein. Bei Annuitätendarlehen ist häufig eine Tilgungsaussetzung üblich, während die Zinsen weitergezahlt oder mitgestundet werden.
Anwendungszwecke von Zahlungsaussetzungen
Zahlungsaussetzungen sind besonders nützlich in unerwarteten finanziellen Notlagen. Sie bieten eine kurzfristige Lösung, um den finanziellen Druck zu mindern und erlauben es dem Kreditnehmer, die Darlehensrückzahlungen zu einem späteren, passenderen Zeitpunkt fortzusetzen. Zahlungsaussetzungen können auch zur Finanzierung großer geplanter Ausgaben genutzt werden. Typische Anlässe sind befristete Arbeitszeitreduzierungen, Krankheitsphasen oder Übergänge zwischen Beschäftigungen. Bei planbaren Investitionen wie Umzug oder Renovierung sollte der entstehende Zinsmehraufwand dem kurzfristigen Liquiditätsvorteil gegenübergestellt werden.
Vor- und Nachteile der Zahlungsaussetzung
Die Zahlungsaussetzung bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile. Die nachfolgenden Listen stellen die jeweiligen Vor- und Nachteile dar: Zusätzlich hilft ein Überblick zu grundlegenden Informationen zu Krediten und Darlehen bei der Einordnung.
Vorteile:
- Hilfreich in finanziellen Notlagen: Die Zahlungsaussetzung hilft den Kreditnehmern, temporäre finanzielle Härten zu überstehen, ohne dass sie ihre Kreditverträge verletzen.
- Planung größerer Ausgaben: Mit einer Zahlungsaussetzung kann der Kreditnehmer größere Ausgaben finanzieren, ohne dass er seine laufenden Kreditverpflichtungen verletzt.
- Liquiditätssicherung: Verhindert kurzfristig Mahnkosten, Verzugszinsen und eine mögliche Kündigung des Darlehens bei vorübergehenden Engpässen.
- Planbarkeit: Klare, vertraglich definierte Laufzeit der Pause und transparente Nachholmodalitäten erleichtern die Budgetsteuerung.
Nachteile:
- Erhöhte Kosten: Da der Kredit während der Zahlungsaussetzung weiter verzinst wird, erhöhen sich die Gesamtkosten des Darlehens.
- Verlängerte Kreditlaufzeit: Durch die Aussetzung von Zahlungen kann sich die Laufzeit des Kredites verlängern, da das Darlehen länger zurückgezahlt werden muss.
- Zusätzliche Entgelte: Abhängig vom Vertrag können Bearbeitungsgebühren oder Zinszuschläge anfallen.
- Höhere Folgeraten möglich: Ohne Laufzeitverlängerung kann die monatliche Rate nach Ende der Pause steigen.
Abschließend ist es wichtig zu betonen, dass die Zahlungsaussetzung eine effektive Strategie sein kann, um temporäre finanzielle Schwierigkeiten zu überwinden oder größere Ausgaben zu finanzieren. Sie erfordert jedoch eine gründliche Planung und Berücksichtigung der langfristigen Auswirkungen. Da sie die Kosten des Darlehens erhöhen und die Kreditlaufzeit verlängern kann, sollte sie mit Bedacht und als letzte Möglichkeit eingesetzt werden. Empfehlenswert sind eine schriftliche Bestätigung aller Konditionen sowie der Vergleich mit Alternativen wie temporärer Ratenreduzierung, Laufzeitverlängerung oder späteren Sondertilgungen.
- Stand: 29.06.2026
- Zuletzt aktualisiert von: Carolina Nowok
- Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
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