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Notarkosten Finanzierung
Inhaltsverzeichnis
Wer sich den Traum vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung erfüllen möchte, braucht oft nicht nur einen Kredit zur Finanzierung des Kaufpreises, sondern berücksichtigt idealerweise auch die damit verbundenen Notarkosten. Diese fallen zusätzlich zum Kaufpreis an, sind in Deutschland gesetzlich geregelt und bemessen sich nach dem jeweiligen Geschäftswert des Geschäfts.
Definition: Was bezeichnet man als Notarkosten in der Finanzierung?
Die Notarkosten in der Finanzierung beziehen sich auf Gebühren, die im Zusammenhang mit der Beurkundung eines Kredit- oder Kaufvertrags über eine Immobilie sowie der Absicherung des Darlehens durch eine Grundschuld anfallen. Sie umfassen typischerweise die Entwurfs- und Beurkundungsgebühr, Vollzugs- und Betreuungsgebühren, Auslagen und Umsatzsteuer; hinzu kommen die Gebühren des Grundbuchamts für Eintragungen wie Auflassungsvormerkung, Eigentumsumschreibung und Grundschuldbestellung.
Die Rolle des Notars in der Kreditfinanzierung
Der Notar spielt eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung der Rechtskonformität eines Kreditvertrags. Seine Aufgabe besteht darin, die Interessen aller beteiligten Parteien zu wahren, über Rechte und Pflichten zu belehren und dafür zu sorgen, dass die Vertragspartner alle Bestimmungen und Verpflichtungen verstehen; ergänzende grundlegende Informationen zu Krediten bietet die entsprechende Übersichtsseite. Darüber hinaus veranlasst der Notar die erforderlichen Grundbucheintragungen wie Auflassungsvormerkung und Grundschuld, setzt Treuhandauflagen um, prüft Identität und Vertretungsmacht und koordiniert die Voraussetzungen für die Auszahlung.
Die Berechnung der Notarkosten für die Finanzierung
Die Höhe der Notarkosten hängt vom Geschäftswert ab und ist nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz gesetzlich geregelt. Als grobe Orientierung belaufen sich Notar- und Grundbuchkosten für Kaufvertrag und Eigentumsumschreibung meist auf etwa 1,5 bis 2% des Kaufpreises. Für die Bestellung einer Grundschuld fallen zusätzlich typischerweise 0,2 bis 0,5% des eingetragenen Betrags an. Zu den Bestandteilen zählen unter anderem Beurkundungsgebühr, Vollzugs- und Betreuungsgebühren, Auslagen und Umsatzsteuer sowie die Gebühren des Grundbuchamts. Abweichungen ergeben sich je nach Umfang der erforderlichen Erklärungen, Anzahl der Beteiligten und den einzutragenden Rechten.
Vor- und Nachteile einer Finanzierung der Notarkosten
Eine Finanzierung der Notarkosten kann für Kreditnehmer Vor- und Nachteile haben. Es ist wichtig, diese sorgfältig abzuwägen; wer die finanziellen Auswirkungen vorab mit einem Kreditrechner kalkulieren möchte, kann Laufzeit und Raten realistisch simulieren. Neben dem unmittelbaren Liquiditätseffekt sind insbesondere der Beleihungsauslauf, der Effektivzins und die Gesamtkosten über die Laufzeit zu berücksichtigen.
Vorteile:
- Erweiterung des finanziellen Spielraums: Die Ausgaben für die Notarkosten fallen nicht auf einmal an, sondern können über die Kreditlaufzeit verteilt werden.
- Budgetplanung: Es ist einfacher, die Notarkosten in die Finanzplanung einzubeziehen, wenn sie Teil der Finanzierung sind.
- Zeitersparnis: Die Einbeziehung der Notarkosten in die Finanzierung erspart den Aufwand der separaten Zahlungsabwicklung.
- Schonung von Reserven: Eigenkapital bleibt für unvorhergesehene Ausgaben, Modernisierung oder Nebenkosten verfügbar.
- Prozessvereinfachung: Eine gebündelte Abwicklung von Kauf, Grundschuld und Auszahlung kann den Ablauf strukturieren.
Nachteile:
- Gesamtkosten der Finanzierung: Durch die Aufnahme der Notarkosten erhöht sich der Kreditbetrag, was höhere Zinsen bedeutet.
- Unter Umständen wird eine höhere Kreditrate fällig, die monatliche Belastung steigt.
- Nicht alle Kreditgeber sind bereit, Notarkosten in die Finanzierung einzubeziehen. Dies kann die Auswahl der Kreditgeber einschränken.
- Höherer Beleihungsauslauf: Ein höherer Finanzierungsanteil kann zu strengeren Vergabekriterien oder ungünstigeren Konditionen führen.
- Zinseszinseffekt und Flexibilität: Über die Laufzeit verteuern Zinsen die einbezogenen Kosten; im Fall einer vorzeitigen Rückzahlung kann die Restschuld höher sein.
Obwohl die Finanzierung der Notarkosten mit zusätzlichen Kosten verbunden sein kann, bietet sie den Vorteil, dass sie die Liquidität schont und zusätzlichen finanziellen Spielraum schafft. Bei sorgfältiger Planung, transparenter Kalkulation der Nebenkosten und unter Berücksichtigung des Effektivzinses sowie möglicher Sondertilgungen kann diese Option eine zweckmäßige Lösung für die Abwicklung der Notargebühren sein.
- Stand: 30.04.2026
- Zuletzt aktualisiert von: Manuel Fuchs
- Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
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