Kredite vergleichen & günstige Konditionen sichern!

Gewährleistungskredit
Inhaltsverzeichnis
Der Gewährleistungskredit ist eine Form des Avalkredits und kann in verschiedenen Geschäftssituationen eine wichtige Rolle spielen. In der Praxis sichert er vor allem Ansprüche wegen Mängeln oder nicht ordnungsgemäß erfüllter Nachleistungspflichten ab. Zugleich kann er die Liquidität des Auftragnehmers schonen, weil dieser keine Barkaution hinterlegen muss und die Bank zunächst keinen Geldbetrag auszahlt.
Definition: Was ist ein Gewährleistungskredit?
Ein Gewährleistungskredit ist eine besondere Ausprägung des Garantiekredits beziehungsweise Avalkredits. Eine Bank oder ein anderer geeigneter Sicherungsgeber verpflichtet sich gegenüber dem Begünstigten, bis zu einem festgelegten Betrag für bestimmte Gewährleistungsansprüche des Auftraggebers einzustehen. Diese Ansprüche können beispielsweise aus Liefer- und Leistungsverträgen resultieren. Zu unterscheiden sind insbesondere Gewährleistungsbürgschaften für die Zeit nach Abnahme und Vertragserfüllungsbürgschaften, die bereits die ordnungsgemäße Erfüllung des Vertrags absichern. Rechtlich kann die Sicherheit als Bürgschaft oder als Garantie ausgestaltet sein. Welche Voraussetzungen für eine Zahlung gelten und welche Einwendungen möglich sind, richtet sich nach dem genauen Wortlaut der Sicherungsurkunde.
Funktionsweise von Gewährleistungskrediten
Das Besondere an einem Gewährleistungskredit ist, dass die Bank oder ein anderer Sicherungsgeber gegenüber dem Begünstigten für eine vertraglich bestimmte Geldsumme einsteht. Der Auftragnehmer bleibt selbst zur ordnungsgemäßen Leistung und zur Beseitigung berechtigter Mängel verpflichtet. Erfüllt er diese Pflichten nicht und liegen die vereinbarten Abrufvoraussetzungen vor, zahlt der Sicherungsgeber den von der Bürgschaft oder Garantie gedeckten Betrag; er übernimmt dagegen nicht die eigentliche Bau-, Liefer- oder Reparaturleistung. Weiterführende grundlegende Informationen zu Krediten helfen bei der Einordnung, wobei ein Avalkredit anders als ein klassisches Darlehen zunächst keine Auszahlung an den Kreditnehmer auslöst.
In der Regel erfolgt die Absicherung über eine Avalkreditlinie, für die eine laufende Avalprovision anfällt. Deren Höhe richtet sich unter anderem nach dem in Anspruch genommenen Garantiebetrag, der Laufzeit, der Bonität und den gestellten Sicherheiten; zusätzlich können Bearbeitungs- oder Ausfertigungskosten vereinbart sein. Bonitätsprüfung, Besicherungsstruktur und interne Limite bestimmen Konditionen und verfügbaren Umfang. Wird die Sicherheit wirksam in Anspruch genommen, leistet die Bank an den Begünstigten und nimmt den Kreditnehmer im Regress. Aus der zuvor nur möglichen Zahlungspflicht wird damit eine unmittelbar zu begleichende Forderung der Bank gegen den Kreditnehmer.
Anwendungsbereiche eines Gewährleistungskredits
Gewährleistungskredite finden in zahlreichen Geschäftsbereichen Anwendung. Oftmals sind sie im internationalen Warenverkehr anzutreffen. Aber auch bei Bauprojekten oder in der Industrie werden solche Sicherheiten genutzt, wenn ein Auftraggeber für mögliche Ansprüche nach Lieferung, Leistung oder Abnahme eine finanzielle Absicherung verlangt. Der Begünstigte erhält damit keinen Anspruch auf ordnungsgemäße Ausführung durch die Bank, sondern eine zusätzliche zahlungsfähige Haftungsadresse im vereinbarten Umfang. Einen Überblick über verschiedene Verwendungszwecke von Krediten bietet eine eigenständige Themenseite; beim Gewährleistungskredit besteht der Zweck speziell in der Stellung einer Sicherheit und nicht in der Finanzierung einer Anschaffung durch Auszahlung.
Häufige Einsatzfelder sind Gewährleistungsbürgschaften nach Abnahme im Bauwesen, Sicherheiten für Maschinen- und Anlagenlieferungen sowie Absicherungen im Projektgeschäft. Laufzeit und Betrag sollten sich an den vertraglichen Gewährleistungspflichten orientieren. Im Auslandsgeschäft sind zusätzlich das anwendbare Recht, die geforderte Sprache, Dokumentationsanforderungen und die Frage wichtig, ob eine abstrakte Garantie beziehungsweise eine Zahlung auf erstes Anfordern verlangt wird. Solche Klauseln können die Möglichkeiten des Sicherungsgebers und des Auftragnehmers, sich vor einer Auszahlung auf Einwendungen aus dem Grundgeschäft zu berufen, erheblich begrenzen.
Vor- und Nachteile von Gewährleistungskrediten
Ob ein Gewährleistungskredit zweckmäßig ist, hängt vor allem von der verlangten Sicherheit, den Kosten einer möglichen Barkaution und dem noch verfügbaren Avalrahmen ab. Ein Vergleich aktueller Kreditkonditionen kann klassische Darlehensangebote einordnen; bei einem Gewährleistungskredit müssen jedoch speziell Avalprovision, Gebühren, Sicherheiten, Haftungshöhe, Laufzeit und Abrufbedingungen gegenübergestellt werden. Auch die Auswirkung auf andere Kreditlinien gehört in die Betrachtung.
Vorteile:
- Der Begünstigte erhält für die erfassten Gewährleistungsansprüche eine zusätzliche Sicherheit durch den ausstellenden Sicherungsgeber. Ob und wann gezahlt wird, richtet sich allerdings nach der Bürgschafts- oder Garantieerklärung.
- Der Auftragnehmer kann gegenüber seinem Geschäftspartner die vertraglich geforderte Sicherheit stellen, ohne den gesamten Betrag als Barkaution hinterlegen zu müssen. Das kann Vertragsabschlüsse und die Teilnahme an Ausschreibungen ermöglichen.
- Die Sicherheit ist liquiditätsschonend, solange sie nicht in Anspruch genommen wird, weil Mittel im Unternehmen verbleiben. Dieser Vorteil besteht nur, soweit keine entsprechend hohe Barsicherheit oder anderweitig belastende Besicherung verlangt wird.
- Mehrere Sicherheiten können innerhalb einer vereinbarten Avalkreditlinie verwaltet werden. Das erleichtert die standardisierte Stellung von Bürgschaften, sofern der verfügbare Rahmen ausreicht.
Nachteile:
- Der Kreditnehmer trägt Avalprovisionen und gegebenenfalls weitere Gebühren. Die Kosten fallen häufig während der gesamten Laufzeit oder bis zur wirksamen Rückgabe beziehungsweise Enthaftung an, auch wenn die Sicherheit nicht abgerufen wird.
- Der Gewährleistungskredit bindet Kreditlinien und gegebenenfalls Sicherheiten. Dadurch kann sich der Spielraum für Betriebsmittel- oder Investitionsfinanzierungen verringern.
- Bei weit gefassten Abrufbedingungen kann es auch in einem strittigen Sachverhalt zunächst zur Auszahlung kommen. Nach der Inanspruchnahme entsteht eine Rückzahlungsverpflichtung gegenüber der Bank, während der Streit mit dem Begünstigten gesondert geklärt werden muss.
- Zusätzlicher administrativer Aufwand entsteht durch Vertragsprüfung, Nachweise sowie die laufende Überwachung von Beträgen, Fristen und Rückgabebedingungen. Ohne wirksame Befristung oder Enthaftung kann eine Sicherheit länger als sachlich erforderlich gebunden bleiben.
Ein Gewährleistungskredit kann somit eine Barkaution ersetzen und dem Auftraggeber eine vertraglich geforderte Sicherheit verschaffen. Er beseitigt jedoch weder die Gewährleistungspflichten des Auftragnehmers noch das wirtschaftliche Risiko einer berechtigten Inanspruchnahme. Vor der Ausstellung sind deshalb insbesondere Sicherungszweck, Höchstbetrag, Laufzeit, Voraussetzungen des Abrufs und Freigabe- beziehungsweise Rückgaberegeln zu prüfen. Ebenso wichtig ist, ob Provisionen und gebundene Kreditlinien in einem angemessenen Verhältnis zum abgesicherten Geschäft stehen und genügend Finanzierungsspielraum für den laufenden Betrieb verbleibt.
- Stand: 12.09.2026
- Zuletzt aktualisiert von: Manuel Fuchs
- Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Hinweis der Redaktion: unser Anspruch ist, dass unsere Daten aktuell und korrekt sind. Sollten Sie dennoch einen Fehler gefunden haben, nehmen Sie bitte Kontakt zu unserer Redaktion auf.
Quelle für Ihr Zitat:
Obenstehende Definition darf in kommerziellen und nicht kommerziellen Publikationen (somit auch in Hausarbeiten, Foren, Social Media Seiten) ohne Rückfrage zitiert werden. Kopieren Sie einfach den nachfolgenden Link für Ihr Zitat: